Die Orgel der Kirche St. Gabriel ist nach der Mühleisen-Orgel am Rockenhof die zweitgrößte Orgel in den Walddörfern.
Sie wurde 1971 von der Orgelbaufirma Schuke aus Berlin erbaut und 2025 durch Spenden unter großzügiger finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie des Fördervereins Sankt Gabriel e.V. grundgereinigt und instandgesetzt.

Bildrechte: Orgelstadt Hamburg e.V. – Fotograf: Alexander Voss

Die folgende Beschreibung entstammt der Website der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Volksdorf

https://kirche-hamburg.de/gemeinden/evl-luth-kirchengemeinde-volksdorf/angebote/kirchenmusik/instrumente/die-schuke-orgel-in-der-kirch-st-gabriel.html

Die Schuke-Orgel in der Kirche St. Gabriel

Am 19. Dezember 1971, dem 4. Adventssonntag, konnte die Orgel von St. Gabriel dreieinhalb Jahre nach Fertigstellung der Kirche eingeweiht werden. Das neue Instrument mit 1 800 Pfeifen wurde von der Berliner Orgelbauwerkstatt Prof. Dr. Karl Schuke gebaut.

In „DEINE BRÜCKE“ vom 17.12.1971 ist ein Artikel über die Orgel von St. Gabriel und ihre musikalische Möglichkeiten veröffentlicht, dem die folgende Beschreibung entnommen ist:

St. Gabriel “hat jetzt eine ganz moderne Orgel bekommen, die mit ihren 24 Stimmen sich schon hören und mit ihrer architektonisch aparten Prospektgestaltung ebenso sehen lassen kann. …

Das Pfeifenwerk steht auf Schleifladen (aus Pertinax). Die Spieltraktur ist mechanisch (mit Aluminiumdrähten), die Registertraktur, jedoch elektro-pneumatisch.

Eine Neuartigkeit: Sämtliche Registerwippen sind in einem Kästchen links von den Manualen zusammengefasst, das – ähnlich wie ein Telefonarm – frei beweglich ist, so dass sowohl für den Spieler als auch für einen eventuellen Registranten „handgerecht“ eingestellt werden kann.

Über die fein ausgeklügelten vier „Setzerkombinationen“ müssen wir mit einem Gesamtlob hinweggehen (Interessenten sollten sie sich vorführen lassen). Die drei „Normalkoppeln“ können unabhängig mit Hand- und Fußknöpfen betätigt werden.

Das Pedal hat eine fußgerechte Radial-BogenTastatur und reicht bis g‘; die beiden Manuale mit schwarzen Unter- und weißen Obertasten gehen bis a“‘!

Im Hauptwerk stehen neun Stimmen:

Prinzipal 8′,
Spielflöte 8′ (konisch),
Oktave 4′,
Gedecktflöte 4′,
Nasard 2 2/3′ (konisch),
Flachflöte 2′,
Mixtur 4- bis 6fach,
Rankett 16′ und
Trompete 8’.

Im als Positiv disponierten Oberwerk stehen 8 Stimmen:

Metallgedeck 8′,
Prinzipal 4′,
Rohrflöte 4′,
Nachthorn 2’,
Quinte 1 1/3′,
Terz 4/5′ (ab g: 1 3/5′),
Scharff 3fach,
Doppelregal 8′ (doppelkonisch).

Beide Werke haben ihren eigenen Tremolanten; das Positiv steht in einem Schwellkasten.

Das Pedal ist mit 7 Stimmen recht gut bestückt:

Subbaß 16′,
Prinzipalbaß 8′,
Gedacktbaß 8′,
Hohlflöte 4′.
Rauschwerk 3fach,
Fagott 16’,
Schalmei 4’.

Fast ein Kuriosum ist es, dass der historische, lange Zeit als „Spielerei“ verpönte Zimbelstern seit einigen Jahren wieder „in Mode zu kommen“ scheint: Hier ist einer mit 6 (disharmonisch intonierten) Glocken eingebaut.“

Als ergänzende Anmerkung zu diesem Zitat möchten wir darauf hinweisen, dass der  Zimbelstern in Sankt Gabriel vielleicht auch dazu Anlass gab, dass bei Erbauung der neuen Orgel der Bergstedter Kirche 2019 dank einer Spende des verstorbenen Professors für Gesang an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und ehemaligen Mitglieds unseres Fördervereins, Herrn Prof. Hartmut Ochs, ebenfalls ein Zimbelstern eingebaut wurde.

Der folgende Link auf der Website Orgelstadt Hamburg weist ebenfalls auf die Bedeutung der Orgel hin.

 

Zur Orgelrenovierung 2025 hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die die Maßnahme mit 10.000 EUR förderte folgenden schöne Artikel geschrieben:

Essenzielles Werkzeug der Verkündigung

Für die Generalüberholung der Schuke-Orgel in der St. Gabrielkirche in Hamburg-Volksdorf stellt die Deutsche
Stiftung Denkmalschutz (DSD) 10.000 Euro zur Verfügung. Die Orgel gilt für die Gestaltung der Gottesdienste als essenzielles Werkzeug der Verkündigung. Für die Begleitung des Gemeindegesanges sowie für Literaturspiel und Improvisationen durch den Organisten ist sie unerlässlich. Außerdem dient sie für Konzerte und Veranstaltungen sowie den Orgelunterricht.
Die Kirche St. Gabriel gehört nunmehr zu den über 60 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale allein in Hamburg fördern konnte.
Der Hamburger Stadtteil Volksdorf liegt am Nordostrand Hamburgs, unmittelbar an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Am nördlichen Rand der Siedlung steht die Kirche. Nach dem Krieg wuchs der Stadtteil stark, sodass Kirchenneubauten nötig wurden. Die Gabrielkirche wurde 1967/1968 von der Hamburger Kirchenarchitektin Brigitte Eckert-von Holst errichtet.

Zum Objekt:
Das Kirchengebäude ist ein markanter zeltartiger Bau. Der Hauptbaukörper weist einen quadratischen Grundriss auf, der First des Satteldachs verläuft entlang der Diagonalen, sodass die tiefsten Punkte des Daches an zwei gegenüberliegenden Ecken liegen. Auch der Zugang liegt an einer Ecke unter dem First. Der hohe Solitärturm mit spitzem Pyramidendach erhebt sich ebenfalls auf quadratischem Grundriss. An den Fassaden wechselt sich Ziegelmauerwerk mit Sichtbetonelementen ab, die Dächer sind schiefergedeckt.

Die Orgel wurde von der Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke gebaut und am 19. Dezember 1971 eingeweiht. Die symmetrisch gestaltete Orgel ist in einen Sichtbetonrahmen eingestellt und nutzt die volle Firsthöhe aus.

28.07.2025 Hamburg

Kontakt
Thomas Mertz
Leitung Pressestelle
Telefon 0228 9091-404
E-Mail thomas.mertz@denkmalschutz.de

https://www.denkmalschutz.de/pressemeldung/dsd-foerdert-restaurierung-der-orgel-in-der-st-gabrielkirche-in-hamburg.html

Deutsche Stiftung Denkmalschutz